Leipzig

Weil´s so schön ist. 🙂 Fortuna spielt gerade in Leipzig. Müsste eigentlich führen. Aber wer vorne die Tore nicht macht…

Ich war schon mal in Leipzig. Im Stadion. Wie immer. Aber auch schon mal zum sightseeing. Lucifers Bar im Untergeschoss war aber zu. Aber trotzdem auch eine schöne Stadt. Wenn erstmal alle Häuser abgerissen sind. Dann wird´s wirklich schön.

So long Chris

P.S. So, jetzt reicht aber. Obwohl, wenn ich jetzt noch mal alle sächsischen Dorfnamen blogge, die an der A4 Autobahnausfahrten haben, dann wäre das für Nichtsachsen auch noch mal lustig. Mal sehen. Erstmal ERP Echtstartbegleitung im Erzgebirge. Landschaftlich wirklich der zweitbeste Kunde. Gegen den Vierwaldstättersee kommt halt wenig an.

Advertisements

Chemnitz

Ja, mit dem clickbaiting, das hab ich drauf. Dabei wollte ich nur schreiben, dass ich schon mal in Chemnitz war. Zu den aktuellen Geschehnissen fällt mir nix ein. Faschos eskalieren, weil Araber einen kubanischen Neger erstechen, obwohl dessen ukrainische Freundin nicht mal angegrapscht wurde. Das ist so skurril, und erklärt wohl auch die besondere Art der Trauerarbeit. Dazu fällt mir halt nix ein.

fajFipvIHGl0YWRV

2. Bundesliga, 1994/1995, 34. Spieltag

Sonntag, 18. Juni 1995, 15:00 Uhr, Sportforum Chemnitz, Chemnitz, Deutschland

Glavas hat damals übrigens beide Tore geschossen. Irgendwie war da so eine Geburtstagsfeier am Abend vorher und wir sind dann um drei los, ohne Schlaf. Und ich habe den Rasen gestürmt. Das erste, letzte und damit auch das einzige Mal. Lag allerdings daran, dass mein Fahrer halt auch über den Rasen ging und ich wollte ihn um nichts in der Welt verlieren. Nicht weil ich Angst vor Nazis gehabt hätte, sondern weil ich, besoffen wie ich war, keine Ahnung hatte, wo das Auto stand.

Wie man sehen kann, Chemnitz ist die Partnerstadt von Düsseldorf. Ich als alter Düsseldorfer habe da wirklich besondere Sympathien.

Das allerschlimmste aber: Ich muss heute Nacht durch Chemnitz fahren. Nur auf einer Bundesstraße. Frühmorgens. Durch einen Außenbezirk. Mit deutschem Pass in der Windschutzscheibe. Wünscht mir Glück.

So long Chris

P.S. Nur Spaß. Pauschales Chemnitzbashing ist unangebracht. Es sind ja auch nicht alle Kölner schwul. Und nicht alle Ostfriesen doof. So!

Dresden

So, Dresden also. Wollen wir mal loslegen, Pegida, LKA, Hütchen, Pressefreiheit. Alles schon tausendmal durchgekaut, niemand hat nichts dazu geschrieben.
Neuanfang. So, Dresden, wollen wir mal loslegen. Erstens ist Dresden heute eine wunderschöne Stadt und zweitens lebte die Frau, die ich „Oma“ nannte dort bis 1945 in einer herrschaftlichen Villa mit Personal und eigenem Flügelsaal und so. Allerdings nicht als Personal, sondern als Dame des Hauses. Nun gut, ein paar hundert Fliegerbomben später war sie eine der tausenden Flüchtlinge, die dann irgendwie im Ruhrgebiet strandeten. Mit genau Nichts.
Aber auch das ist gar nicht der Grund, warum Ihr einen Dresden Eintrag bekommt. Der Grund fängt eigentlich auch gar nicht in Dresden an, sondern beginnt, wie vieles in Düsseldorf und dort genau 1985, wo ich das erste Spiel von Fortuna im Düsseldorfer Rheinstadion sah. Und danach noch ein paar hundert weitere Spiele. Aber wie es halt so ist mit Stadien, die Stadien sind und keine Arenen, wurde das Rheinstadion gesprengt und man beute eine Arena dorthin. Die hieß dann nicht mehr Rheinstadion, oder Rheinarena, oder RheinaRHEINa, oder so, sondern LTU Arena. Und als der Vertrag mit LTU auslief, hieß sie Esprit Arena. Bis zum Sommer. Und jetzt, jetzt heißt sie Merkur Spiel Arena. Und hat wirklich diese hässliche Sonne an der Backe. Möglichst auffällig. In Düsseldorf. Die Empörung ist groß. Aber das Geld war der Stadt wichtiger. Höchstbietender bekommt den Zuschlag. Zum Glück ist Beate Uhse gerade pleite. Und Mosanto gehört jetzt Bayer. Und Kölschwerbung bringt in Düsseldorf nichts. Das wären noch drei schlimmere Optionen gewesen. Aber bringt ja nichts, sich jetzt aufzuregen. Das Ding heißt jetzt so und der Spott der Fußballwelt ist uns Fortunen sicher. Und der Spott der Musikwelt. Und überhaupt. Ich mag es nicht, wenn über mich gespottet wird. Ich spotte lieber selbst. UND ICH REGE MICH NICHT AUF!!!!!11!! !!1!
Ja, und dann Dresden. Dresden hat auch ein Stadion gehabt, welches dann Stück für Stück in eine schmucke Arena umgebaut wurde. Und natürlich haben sie dem Ding auch Namen gegeben, die nichts mehr mit Fußball (Rudolf Harbig Stadion) oder Dresden (Elbeschüssel) oder dem Verein (Dynamo Arena) zu tun hatten. Aber jetzt Dresden. Sommer 2018. Die neuen Namensrechte Inhaber KONSUM und DREWAG blasen zur Fan Umfrage. Dynamo Arena oder Rudolf Harbig Stadion. Sponsoren, die verstanden haben, wie man Kinden gewinnt. Die dem Fußball einen letzten Rest Würde lassen, oder nein, die dem Fußball einen letzten Rest Würde zurückgeben. Danke dafür.
DYNAMO, DYNAMO, DYNAMO!!!

So long Chris, der gerade auf der Suche nach einem Namensgeber für diesen blog ist.

Die Welt aus den Fugen

Barbara Schöneberger hat angenommen und nur noch winzige Brüste, nächste Woche soll es höchstens 25° werden, die S-Bahn war pünktlich, ein Minister hat sich entschuldigt und die Wespen übernehmen die Weltherrschaft. Natürlich wird Trump von der größten und mächtigsten Wespe ever and all time in the universe getötet. So viel Ehre muss sein.
Heute ist gamescom und warum ich immer dann zufällig mit der Bahn nach Lohmar fahren muss, bleibt ein Rätsel. Selbst wenn ich gerade ein Auto habe, steht es zur gamescom in der Garage.
Gamescom ist Karneval im realife. Vor mir steht ein Gnom. Ohne Kostüm. Hinter mir die Banditin und der Ritter aus dem Clash Universum. Und eben lief hier eine Tomb Raider vorbei, da kann sich diese Angie och eine Scheibe von abschneiden. Brüllerwortspiel: Oder heißt es schon Tomb Twix? Ich hab´s geschrieben. Brüllerwortspiel. Wer sich jetzt unvorbereitet eingenässt hat, selbst schuld!
Der Sommer brachte mir vor allem zwei Erkenntnisse: Hässliche Frauenbeine werden durch Tattoos nicht schöner, man schaut nur noch eher hin. Schöne Frauenbeine werden durch Tattoos nicht schöner. Hätte eh hingeguckt, bringt also nix.
Wenn Du ein junger männlicher Bürger dieses Landes wärst, aber irgendwie eine Herkunft aus einem Land islamischer Prägung, und hätte gerade riesen Frust und aufgestaute Aggressionen und dann kommt ein Rechter daher und provoziert und Dich als Ziegenficker beschimpft und Dir mit Mord droht, wenn Du nicht dahin zurück verschwindest, wo Du noch nie warst, und Du willst zurück provozieren. Was würdest Du sagen? Irgendwas mit Allah, IS, Mutterficken und Köpfe abschlagen? Wahrscheinlich.
Wenn Du ein junger männlicher Bürger dieses Landes wärst, aber irgendwie eine Herkunft aus einem speziellen Bundeslandes im Osten der Republik, und hättest gerade riesen Frust und aufgestaute Aggressionen und dann liest Du im Internet, wie sich ganz Deutschland (ok, außer Thüringen und Meck-Pomm) über Dich lustig macht, Dich als doofe rechte Sau pauschalisiert, die eh keine Ahnung hat, aber gerne die Sozialleistungen annimmt, und Du willst zurück provozieren. Was würdest Du wählen? Irgendwas mit Alternative und Deutschland? Wahrscheinlich.
So lustig der LKA Mitarbeiter (wahrscheinlich Hausmeister) auch ist, wie schlimm auch die angebliche polizeiliche Aktion auch war, wie durchsetzt die sächsische Polizei auch sein mag (nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung ist jeder vierte sächsische Polizist ein AfD Wähler), ich würde es einfach beruhen lassen. Ein allgewaltiger Shitstorm über ein ganzes Bundesland, welches zu zwei Drittel links von der AfD gewählt hat, ergibt keinen Sinn. Natürlich macht das Spaß. Alleine die Sprache, gnignigni (hier einen lustigen Sachsenwitz mit vielen äs, ds und gs einfügen). Und die lustigen Hütchen. Trotzdem: Pauschal gesehen ist eine pauschale Verurteilung Scheiße. Das pauschalisiere ich jetzt hier.
Was ganz anderes. gamescom. Wer das noch nie gesehen hat, alle Vorstellungen von Nerds stimmen. Nein, Juden haben nicht immer Hakennasen, es gibt auch sehr gut aussehende dunkelhaarige Schwedinnen, wahrscheinlich sogar hässliche blonde Schwedinnen (was bin ich oberflächlich heute), aber Nerds sind hässlich, fett, pickelig und sehen schon doof aus. Sie rasieren sich niemals, weil sie ja keinen Bart haben (außer die dicken Mädchen). Sie duschen nie und keiner kennt Deo. Alle! Pauschal.

Aber wehe, Du kriegst einen von denen im PvP als Endgegner. Paff!

So long Chris

So long Chris

Ein Zug aus Berlin

Mittwoch morgen war der Zug nach Berlin schon sehr voll. Da frag ich mich: Was wollen die alle in Berlin? Wenn es in Brandenburg schon 33° hat, ist es in Berlin locker 36°, gefühlte 40°. Muss man alles mal geehen haben, aber im Sommer? Und einmal reicht doch auch, wa?
Gestern abend war der Zug aus Berlin noch voller. War wohl nicht so dolle in Berlin, wa? Natürlich hat der Zug Verspätung. In der Bahn App steht, man hätte auf Passagiere aus einem anderen verspäteten Zug gewartet. Ha. Dass jetzt 600 andere Passagiere einfach mal 40 Minuten zu spät dran sind? Haha. Dass die letzte S-Bahn in Dortmund leider nicht fünf Minuten hat warten können? Hahaha.
Aber was gibt es Schöneres, als am Hagener Hauptbahnhof in lauer Sommernacht, und jetzt merkt man erst mal wie geil dieser Sommer ist, wie lang dieser Sommer ist, von Mai bis September, einen blog Eintrag zu schreiben.
Bis Hannover war an einen Sitzplatz nicht zu denken. Da ich aber erst in Wolfsburg eingestiegen bin, die Unwetterschäden behoben sind und kein Böschungsbrand die Fahrt behindert, sind es kaum dreißig Minuten bis Hannover, die man auch mit zehn anderen Passagieren locker über der Anhängerkupplung verbringen kann. Die 1. Klasse ist voll, denn ein Wagen der 1. Klasse fährt ohne Klimaanlage. Und ohne Klimaanlage und ohne Fenster, die man öffnen kann, erhitzt sich so eine Metallröhre, zumal wenn sie in Berlin 40 Minuten rumsteht, weil man auf Passagiere aus einem verspäteten Zug wartet, doch einigermaßen schnell. Und es ist jetzt verboten, sich in solchen Waggons aufzuhalten. Die Bahn hat schon ein paar Schnellmerker, die aus dem Chaos 2013 gelernt haben.

ice
Die übrigen Klimanlagen arbeiten fleißig aber hoffnungslos gegen die Abendsonne von Außen und die 600 menschlichen Wärmepumpen im Inneren an. Wer kein McFit Abo hat, hier kann man auch für wenig Geld ganzkörperschwitzen. Sogar ohne Bewegung.
Ab Hannover hat jeder einen Sitzplatz und ich stelle mir den Wecker auf zwei Stunden später, denn Schlaf ist wichtig. Und wo könnte man besser schlafen, als im ICE. Die Sitze sind bequem, die Luft angenehm frisch, der Lärmpegel gedämpft. OK, die Sitze sind bequem, wenn man 1,55m groß ist und einen komplette Rückenlähmung hat, die einen die harten Lehnen nicht spüren lassen. Die Luft, wie gesagt, der Zug hat keine Fenster, die man öffnen kann. (Ich will ja nicht zu sehr alt erscheinen, aber früher war alles besser. Als man auch im IC die Fenster öffnen konnte und den Kopf raushielt bei 160km/h, kleine Fliegen ins Auge bekam und drei Wochen nichts sehen konnte, und sich den Kopf oben anschlug, wenn ein Gegenzug kam und man sich zu recht erschreckte. Aber zumindest war es auch bei Außentemperaturen von über 30° nicht heißer im Zug als draußen.) Und das Kleinkind drei Reihen weiter schreit seine Verzweiflung heraus. Lange, laut, ewig gleich und völlig zu recht.
Trotzdem gelingt es dem männlichen Teil des Pärchens in den Sitzen vor mir, einzuschlafen, bevor der Zug Hannover verlässt. Und auch ich bewege mich in dieser angenehmen Phase, wo man noch nicht ganz schläft, aber schon träumt, was ziemlich lustig sein kann. Bis kurz vor Bielefeld, wo die Zugbegleiterin es tatsächlich fertig bringt, in dieser Situation noch die Fahrscheine kontrollieren zu wollen. Ihr kennt diese Sketche aus „die dreisten Drei“, wo Mirja Boes als Feldwebel in die Schlafunterkunft kommt und ihre Untergebenen weckt? So in etwa fordert die Dame die Fahrscheine zu sehen. „DIE FAHRSCHEINE DER NEUHINZUGESTIEGENEN!“ Ich verlasse die lustige Phase des Dösens. Der Mann vor mir erwacht. „Sag mal“, fragt er verschämt seine Freundin, „habe ich geschnarcht?“ „Nein, aber gefurzt!“ will ich ihm zuraunen, was aber gelogen gewesen wäre, denn das habe ich ja gemacht. Tut der Luft im Allgemeinen nicht besser. Dummerweise gerade speziell an meinem Platz besonders nicht besser. Aber wer Bier trinkt, lauwarmes Leipziger Export für 31ct aus dem Netto in Oebisfelde, der muss nicht nur beim Trinken leiden, sondern auch danach. Ist halt so. Zu recht!

Am Dortmunder Hbf, ich so ne Fresse, kommt so ein junger Penner, gezielt auf den Bahnsteig mit dem ICE, um zu schnorren. „Kennste mal was?“ Ich so: „Boah, Ihr geht mir so auf den Keks.“ und krame in der Hosentasche nach dem 50ct Stück. Ich gebe immer was. Aber ich erwarte dafür auch, dass ich das nicht gerne machen muss. Kostet pro Tag so um die 2€, wenn man in Köln, Hamburg, Essen oder Duisburg umsteigen muss. Ist ein Kostenfaktor. Nur in Düsseldorf kriege ich immer was heimlich zugesteckt, weil man mir meine Armut inzwischen ansieht. Gelogen, in Düsseldorf habe ich letztens sogar meine Bahn verpasst, weil ich in der Hosentasche gekramt hatte. Den S-Bahn fahrer habe ich auf meiner Liste. Ich gebe gerne was. Nur dem Typen in Köln nicht, der immer mit seiner Freundin schnorrt und mich anmachen musste, weil ich ihm gesagt hatte, ich hätte seiner Freundin schon was gegeben. Wenn ich was gebe, dann darf ich mich auch drüber lustig machen. Wer mich das dritte Mal nach 50ct für eine Fahrkarte fragt, dem sage ich dann auch, dass er endlich mal losfahren soll. Und der Kosovare, der in Oberbarmen abends immer mit einem frischen gelb getränkten Verband auf der Treppe liegt, weil er Geld braucht, weil morgen sein Verband gewechselt werden soll, den lache ich nur aus. Aber das Geld wird er wohl trotzdem brauchen. Jedenfalls, der Penner aus Dortmund wollte dann nichts mehr. Hatte noch Reststolz. Na dann. In Dortmund hatten die Vietnamesen ihren Fischstand noch auf und da gibt es einen großen Kaffee für 1,40€. Gebrühten Kaffee. Meine Helden. Egal wann man da ankommt, man bekommt frischen Kaffee, nicht diese Automatenbrühe, für einen angemessenen Preis. Und die Fischbrötchen erst. Dortmund Hbf. Geheimtipp. Und was die Penner angeht, Pfandflaschen IMMER AUF den Mülleinmer stellen. Danke.

Wer bis hierhin gelesen hat und wirklich dachte, es käme irgendetwas philosophisch Hochwertiges, irgendetwas wenigstens bisschen Lustiges oder zumindest politisch Brisantes, den muss ich leider enttäuschen. Wenn Ihr viel Glück habt, sind zumindest mal weniger als zehn Tippfehler drin. Immerhin.Ich kontrollier das nicht. Das ist einfach nur ein schlechter Eintrag, mit „sinnfrei“ getaggt. Aber immer noch besser, das hier gelesen zu haben, als Kommentare zur Gewaltenteilung in Deutschland.

So long Chris

Sonnig, von rot nach blau

Und das nicht nur am Himmel. Auch Brüste. Das einzige highlight der Woche. Wenn man von Liebesbekundungen mal absieht. Die tun natürlich auch ständig gut.

Der Fuchs, der an der roten Ampel stehen bleibt. So lautet auf sz.de eine Überschrift und weil da auch rot drin steht, lasse ich das hier auch mal so unkommentiert stehen.

Von rot nach blau trifft es nicht ganz, was jetzt folgt, sondern schwarz nach blau. Folgendes ist hier zu lesen:

Reul hatte unserer Redaktion am Mittwoch gesagt: „Die Unabhängigkeit von Gerichten ist ein hohes Gut. Aber Richter sollten immer auch im Blick haben, dass ihre Entscheidungen dem Rechtsempfinden der Bevölkerung entsprechen.“ Reul bezweifelte, dass dies im Fall Sami A. so gewesen sei: „Wenn die Bürger Gerichtsentscheidungen nicht mehr verstehen, ist das Wasser auf die Mühlen der Extremen.“

Selten so etwas Schreckliches von einem Politiker gelesen und es ist ja nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass diese Argumentation allen Ernstes von Ministern in Mikrophone gesprochen wird. Bis vor zwei Jahren hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken gesagt, wir leben in einem Rechtsstaat. Und ich akzeptiere auch alles, was in diesem Rechtsstaat an Recht gesprochen wird. Baue ich Scheiße, habe ich dafür zu bezahlen, klar. Aber nur, wenn es auch ein Gesetz gibt, welches mir vorschreibt, mach das nicht, denn das ist Scheiße. Ich möchte aber nicht bezahlen für etwas, was eigentlich erlaubt ist, aber meinem Nachbarn nicht gefällt oder seinem Rechtsempfinden widerspricht. Langsam aber sicher denke ich, dass die normalen Menschen wirklich anfangen müssen, gegen Populisten und besorgte Bürger, die sich ein Rechtsempfinden auf facebook oder bild.de besorgen. Und gegen Politiker der CDU, die das offensichtlich ok finden.

So long Chris

Es könnte alles schlimmer sein

Wie die Überschrift schon sagt, es könnte alles schlimmer sein. Wenn man morgens um 5:37 Uhr am Bahnhof steht und die Meldung „Information zu RB 37 von Paderborn nach Herford um 5:37 Uhr –  fällt heute aus – wir bitten um Entschuldigung“ am Bahnsteig liest, freut man sich, dass die Tanke gegenüber um 6:00 Uhr aufmacht. Denn der Zigarettenautomat weigert sich meinen mit elektronischen Daten bestückten Beweis meiner Existenz als Altersnachweis zu akzeptieren.

Die Dame in der Tankstelle gibt mir einen Kaffee und zehn Euro Wechselgeld. Woraufhin sie ganz verwirrt wird und nach zwei Sekunden Nachdenken meinte, sie müsse mir ja noch zehn Euro Wechselgeld geben. Ich hab´s nicht genommen, aber darauf bestanden, meine Zigarettenschachtel zu erhalten.

Obwohl ich ja als Unternehmensberater einen Vertrag unterschrieben habe, in dem u.a. steht, dass nach Rücksprache mit dem Kunden in Ausnahmefällen auf den Binder verzichtet werden kann, sitze ich jetzt gerade mit kurzer Hose, Flipflops und kurzem Hemd im ICE, und sehr viel werde ich daran auch beim Kunden nicht geändert haben. (die Flipflops sind alt, die tausche ich gegen Schuhe) Anders sind da die armen Schweine der Finanzindustrie, die mit demselben Zug nach Frankfurt fahren. Sie tragen schwarze Anzüge. Alle. Immer. Auch bei 38°. Und auch bei -15°. Merkt ihr selber, oder? Aber die persönliche Note darf natürlich nicht fehlen, wir sind schließlich in einem freien Land. Und so zeigte einer der schwarzen Anzug Träger in Herford, was möglich ist: Schwarzer Anzug, weißes Hemd, braune Schuhe, lila Socken und grüner Schal. Bitte, sollte ich jemals lila Socken tragen, erschießt mich einfach. Danke.

Durch die Dürre (herrlich, diese Dramatisierung, die in diesem Wort steckt, während die Trinkwassertalsperren immer noch Milliarden von Trinkwasser halten) sterben ja leider die einbetonierten Bäume in den Städten. Ist aber nicht so schlimm, denn so können die ganz coolen Jungs schon im August mit Laubbläser Laub blasen. Man möchte ihnen zurufen: „Hey Jungs, Laub ist nicht böse!“, aber das geht ja nicht. Laubbläser halt.

Das Schöne am ICE fahren ist ja nicht nur das WLAN, sondern auch das Schlafen. Gute Nacht.

So long Chris

Jammernder Zyniker in der Hitze

Auf blog.de hieß mein blog zyniker.de und total viele Menschen wollten  mir einreden, ich wär gar kein Zyniker, weil ich höchstens sarkastisch wäre. Mir ginge es viel zu gut, um ein Zyniker zu sein. Dabei ist ein Zyniker ein enttäuschter Idealist und oh yeah, ich war jung und idealistisch. Jeder macht Fehler, und ich machte so viele wie CDU wählen, idealistisch sein, an die ewige Liebe glauben. Mein Plan war ein Leben als braver, spießiger und gesetzestreuer Bürger, kleines Haus in Solingen Wald und zwei Kinder. Wer solcherart idealistisch ist, der kann tief fallen. Und zynisch werden. Wenn es ihm schlecht genug geht und er Menschen nicht mag und er auch die entsprechenden kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten besitzt.

Und jetzt geht es mir schlecht, die Menschen werden mir immer suspekter, meine Verachtung steigt mir jedem Tag und ich könnte dank vorhandener kognitiver und kommunikativer Fähigkeiten ein großartiger Zyniker werden… und was mach ich? Ich jammere. Erbärmliches Jammern aus Verbitterung! Erniedrigendes Jammern auf schlechtem Niveau! Damit macht bloggen keinen Spaß. Ich werde drüber nachdenken, wie ich das Jammern überwinden kann. Das sollte zu machen sein.

Anderes Thema. Hitze. Wollte letztens twittern über die Hitze, steige ich in den ICE ein, zack 18°. Dabei muss man über die Hitze schreiben. Machen alle, also muss man das machen. Und am besten tut man noch so einen life-hack dazu. Dann hat man dem social media Scheiß genüge getan.

Und ein richtiger lifehack muss natürlich bedeuten: von den Tieren lernen. Dann kommt das richtig gut an. Klingt einleuchtend und bringt Klicks. Ich habe gelernt. Bei Hitze langsamer bewegen und trotzdem Sex haben. Jahaa, man muss von den richtigen Tieren lernen. Ich habe von den kleinen hellroten Käfern gelernt mit den schwarzen Flecken. Nicht Marienkäfer, diese runden, sondern die flachen, die immer auf den Wegen rumlaufen und meistens zu zweit. Und glaubt es oder nicht, die laufen bei 38° langsamer. Hängen aber immer noch aufeinander. Ich denke, die haben Sex. Haben Käfer Sex? Mit derselben unglücklich aussehenden Stellung wie Elefanten? Wie das bei Menschen funktioniert weiß ich ja, ich habe vier Kinder, und das liegt daran, dass ich aufgeklärt wurde. Habe ich schon mal geschrieben, aber kann man ja noch mal tun. In der dritten klasse, ich war neun, klärte uns unsere Klassenlehrerin, Frau Ringling (sie wird wohl schon gestorben sein, wenn sie nicht 125 Jahre alt ist und von daher sehe ich der Gefahr einer Klage nach DSGVO lachend ins Gesicht), auf. Sie tat es wohlwollend. Ich erinnere mich nicht an viele Sätze meiner Lehrer, aber diesen kann ich noch wortwörtlich wiedergeben: „In liebevoller Umarmung führt der Mann seinen Penis in die Scheide der Frau ein.“ In liebevoller Umarmung klingt ja auch sehr schön. Auch wenn es meist anders aussieht, aber muss man Kinder aufklären mit Sätzen wie: „Während er mit einer Hand in ihren Hals zudrückt, dass sie panisch nach Luft schnappt, und mit der anderen ihre Titten mit Schlägen übersät bis ihre Farbe von rot nach blau umschlagen, rammt er seinen Schwanz bis zum Anschlag in ihre nasse Fotze.“? Ich denke nein. Denn ich weiß noch genau, was ich damals von „…führt der Mann seinen Penis in die Scheide der Frau ein.“ hielt. Nämlich nichts. Mein erster Gedanke war: „Das muss doch auch anders gehen.“ Ich wäre bereit gewesen, den ein oder anderen Zeh zu opfern für einen Ableger. Wie gesagt, ich war neun. Irgendwie kommt es mir vor, ich wäre abgeschwiffen. Abgeschweift? Jedenfalls, ich bewege mich langsamer, wenn es heiß ist. Und habe nicht weniger Sex, wenn es heiß ist. Ob es jedoch wirklich klug ist, einen lifehack zu befolgen, den man von flachen Käfern gelernt hat, die auf Wegen rumlaufen und sich jetzt meist gar nicht mehr bewegen, da plattgetreten, darüber lässt sich streiten. Aber einen lifehack habe ich noch, ganz ohne Käfer: Streiten bei der Hitze ist absolut scheiße. Lasst es Leute.

So long, love, peace and hot Chris

Freiheit? Wurde wieder abbestellt.

In Niedersachsen darf man in Regionalzügen kein Feierabendbier mehr trinken. Auch kein Konterbier am Morgen. Und erst Recht kein Piccolöchen auf dem Weg zum CSD. Alkoholfreie Züge, weil „die Mehrheit der Passagiere sieht es so wie wir, und deswegen blablablabla ist es verboten!“

Ich wohne nicht in Niedersachsen und ich trinke auch sehr selten Alkohol und noch seltener trinke ich Alkohol in Zügen, eigentlich ist es nur seltener, dass zwei Serienmörder in einem Auto sitzen, aber mir ist der Aufschrei der Minderheit irgendwie entgangen. Oder gab es da gar keinen Aufschrei? Keine Diskussionen? Nur ein neues Verbot, von der „Mehrheit“ aufgezwungen, nur ein weiterer Einschnitt in ein Leben in Freiheit? Ich gebe zu, das Thema ist wenig relevant, aber es ist bezeichnend.

Wir in NRW haben ja ganz andere Problemchen. In unseren Zügen ist es so eng, da kann man sich gar kein Bier zum Mund führen. Und unser Justizminister hat wohl einen Menschen nach Tunesien ausfliegen lassen. Abgeschoben sozusagen. Obwohl es noch ein offenes Gerichtsverfahren gab. Und ein Gericht die Abschiebung verboten hatte. Nun kann man ja gar noch so liberal sein, dass man nicht möchte, dass die Behörden ein Auge auf religiöse Spinner haben, und wenn das sogar schon seit Wochen in der BILD steht, dass ja „Bin Ladens Leibwächter“ auf unsere Kosten sprachliche Gewalt ausübt, dann muss man ja handeln.

Nur zur Klarstellung: Der Mann saß im Gefängnis. Nicht, weil er irgendetwas Böses getan hat, sondern weil man in abschieben wollte. So eine richtige Gefahr geht selbst von einem „Bin Ladens Leibwächter“ nicht aus, wenn er in einem deutschen Gefängnis außerhalb Berlins einsitzt. Ich weiß wovon ich schreibe. Er ist übrigens „Bin Ladens Leibwächter“, weil das einer erzählt hat, der auch abgeschoben werden sollte, aber jetzt nicht mehr abgeschoben werden soll. Weil er gesagt hat, dass dieser „Bin Ladens Leibwächter“, „Bin Ladens Leibwächter“ war. Über die Qualität von Bin Ladens Leibwächtern brauchen wir nicht weiter zu diskutieren, die Fische haben das Thema abschließend geklärt, aber die Wahrscheinlichkeit, dass „Bin Ladens Leibwächter“ einfach nur mit einer Kalaschnikow im Bild stand, als Bin Laden sein Ausbildungslager besucht hat, ist wesentlich höher, als das „Bin Ladens Leibwächter“ jemals Bin Ladens Leibwächter war.

Wie gesagt, es ist schon ganz ok, wenn die Behörden islamische Spinner und rechtsradikale Idioten im Auge behalten, aber immer schwingt dort so ein kleines „Willkür“ mit, wenn ich sowas lese. Der Mann hat ein Ausbildungslager von Alquaida durchgemacht, er predigt in einer salafistischen Gemeinde wirres Zeug, er palavert von Blut, welches ein Land weinen wird (und das soll auch noch ausgerechnet Deutschland sein) und er trägt einen Bart. Am schlimmsten ist allerdings, dass seine Frau ihn verlassen hat, die vier Kinder mitgenommen hat und er daher ja jetzt ohne soziale Bindung zwingend einen Anschlag verüben wird. Und wieder schwingt ein leises „Willkür“ mit.

Willkür kann sich ein Rechtsstaat nicht leisten. Willkür geht immer einher mit Unrecht, Unrecht geht immer einher mit Korruption und Korruption ist immer das Ende des Rechtsstaats. Wer schon mal ein Tempoverstoss in Italien verübt hat, weil man ein deutsches Kennzeichen hat, nicht weil man zu schnell gewesen wäre, der kann das beurteilen.

Wetter: Es ist heiß. Aber zum Glück schneit es nicht, wer will schon bei 37° Schnee schüppen? (Geklaut auf twitter https://twitter.com/lisablueair)

 

So long Chris

Meeting wie im Leben

Grau, trotz Sonne

Nichts bewegt sich, nichts geht voran.

Alles steht, nichts bewegt sich, bis es beginnt zu rutschen.

Unkontrolliert, langsam, zitternd, hoffnungslos und unaufhaltsam. Aber langsam.

Streit, Stänkerei, verletzter Stolz. Alles klebt, aber nichts geht voran.

Gelähmt sitzen sie da im Grau, antriebslos, unbeweglich, rutschend.

 

So long Chris